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"ENORM - Wirtschaft für den Menschen" - jetzt an den Kiosken
Das erstmals beim VISION SUMMIT 2009 vorgestellte Magazin „ENORM“ verspricht vieles – und hält...
VISION SUMMIT und VISION DAYS mit 100 Erfolgsstories - Ein Überblick über das Erreichte
"Wir erleben gerade ein weltweites soziales Wirtschaftswunder. Der Zug ist auf dem Gleis....
VISION SUMMIT 2009 - Der Aufbruch der "Global Entrepreneuers"
1.200 Menschen kamen. Pioniere großer Reformideen, internationale Führungskräfte großer...
Zukunftszentrum Tirol und Genisis Institut starten Kooperation mit Auftaktkonferenz in Innsbruck
Bei einer Pressekonferenz und anschließenden Halbtageskonferenz im vollbesetzten Zukunftszentrum...
VISION-AWARD-Preisträger Friedrich Kiesinger präsentiert bei Maybritt Illner Social Business als Hoffnungsträger für Arbeitsplätze
„Merkel bestellt Wachstum – wer liefert?“ lautete die provokante Frage an die Diskussionsrunde bei...
VISION SUMMIT 2009 - Der Aufbruch der "Global Entrepreneuers"
1.200 Menschen kamen. Pioniere großer Reformideen, internationale Führungskräfte großer Unternehmen, engagierte Bürger. Was verbindet sie? Die Hoffnung auf eine andere Wirtschaft und eine substantiell bessere Lösung der großen Menschheitsprobleme, von Armut bis Klimawandel. Der Hoffnungsträger: Das Konzept von Social Business. Der VISION SUMMIT 2009 diente dazu, die ersten Erfolge dieses Impulses zu feiern, Erfahrungen auszutauschen und sich noch besser zu vernetzen. Und die entstandene Social-Business-Bewegung auf eine neue, noch viel kraftvollere Ebene zu hieven.
Letztlich gehe es um einen großen Kulturimpuls und dessen erfolgreiche Verankerung in der Weltgesellschaft, so Peter Spiegel, Initiator des VISION SUMMIT, in seiner Eröffnungsrede. Die Versöhnung von Ökonomie und sozialen Anliegen sei mit dem Impuls des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus für Social Business kein Traum mehr, sondern auf dem Weg höchst innovativer und zugleich sehr handfester Umsetzung. Dies verändere sowohl die Wirtschaft als auch das Sozialwesen weltweit sehr grundlegend. Unternehmer und Manager lernen, dass sie ihre wirtschaftliche Kompetenz auch selbstlos zur Lösung gesellschaftlicher Probleme höchst fruchtbringend einsetzen können. Und Sozialaktivisten lernen, dass sie ihre sozialen Ziele mit dem Konzept von Social Business nun auf einer völlig neuen Effizienzstufe umsetzen können. Peter Spiegel führte für die Unternehmer und Manager wie für die Sozialaktivisten und engagierten Bürger, die sich in Richtung Social Business auf den Weg machten und machen, einen neuen Begriff ein: Sie seien "Global Entrepreneurs", globalverantwortlich handelnde Unternehmer beziehungsweise unternehmerisch handelnde Sozialaktivisten. Das GENISIS Institut als Veranstalter des VISION SUMMIT will auch in den nächsten Jahren auf der Linie dieses Kulturimpulses als Impulsgeber und Vernetzer wirken.
Prof. Stephan Breidenbach, Mitgründer der Humboldt-Viadrina School of Governance und Mitgesellschafter des GENISIS Instituts, zeigte die verschiedenen "Annäherungsstationen" auf, wie sich in der Wirtschaft etwas bewegt vom Extrem reiner Profitmaximierung über Corporate Social Responsibility in Richtung Social Business und ebenso in der sozialen Welt von reinem Charity über Social Entrepreneurship bis zu Social Business. Der Social-Business-Ansatz wirkt von beiden Seiten als immer kraftvollerer Antrieb zum Fall alter Denkmauern und als großer Innovator.
Unter dem Programmpunkt "Global Entrepreneurs" legte ferner das Club-of-Rome-Mitglied Prof. Franz Josef Radermacher dar, warum eine globalisierte Ökonomie dringendst eine globale Rahmenordnung zur Förderung von globalverantwortlichem Wirtschaften braucht. Und Prof. Götz W. Werner und Marianne Obermüller, beide erfolgreiche Unternehmer und engagierte Sozialvisionäre, ergänzten dies um die Erkenntnis, dass erfolgreiches Unternehmertum in einer derart vernetzten Welt längst unmittelbar davon abhängig ist und immer mehr sein wird, wie sehr dieses aus echter Herzensliebe für das Wohl der Mitarbeiter, der Kunden und allgemein der Menschheit genährt und getragen ist. "Global Entrepreneurs" in diese umfassenden Wortsinne gehört also die Zukunft.
Adidas und der Schuh für die Armen
In der Serie bewegender Einstiegsimpulse erklärte schießlich Prof. Muhammad Yunus das Wesen von Social Business sowie seine neuesten Projekte.
Social Business bricht mit einem Riesenberg alter Vorstellungen, nach denen alles mögliche nicht möglich sei. Aber nicht die modernen Industrieländer, die in der Vergangenheit so viele Innovationen hervorgebracht haben, sind gegenwärtig der Hort der Kreativität, zumindest nicht bei der Lösung sozialer Probleme. Der Nachweis, dass ein "Banking für die Ärmsten" möglich ist, wurde in Bangladesch erbracht, also dort, wo die Situation der Menschen und deren Frustrationen am schlimmsten sind.
Als ein großes neues Vorhaben erwähnte Muhammad Yunus eine Vereinbarung, die Grameen soeben mit dem Schuhhersteller Adidas getroffen hat. Für dieses Social Joint Venture hat sich Adidas auf die Vision verpflichtet, dass jeder Mensch der Welt ein Recht auf Schuhe hat. Und als eigene Mission dazu will Adidas dafür sorgen, einen guten, nachhaltigen und zudem auch schönen Schuh zu entwickeln, der möglichst nicht mehr als einen Dollar kostet und den sich alle Menschen leisten können.
VISION AWARDS 2009 an Pioniere des Social Business
An zwei Programmpunkten, vormittags und abends, wurden die diesjährigen Vision Awards an drei Pioniere für Social Business übergeben. Hans Reitz vom Grameen Creative Lab hielt die Laudatio für die Grameen-Danone-Community, die das erste große Social Business Joint Venture zwischen Grameen und Danone umsetzte. Den Preis hierfür nahmen stellvertretend Ramin Khabirpour, CEO von Danone Deutschland sowie Mittel- und Osteuropa, sowie Imamus Sultan, CEO von Grameen Healthcare Services, entgegen. Weiterer Preisträger waren der Berliner Sozailunternehmer Friedrich Kiesinger, für den der Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf die Laudatio hielt, und Nurjahan Begum, CEO von Grameen Education. Die Laudatio auf sie hielt Prof. Margret Kennedy, den Preis für die erkrankte Frau Begum nahm Lamiya Morshed entgegen, Exekutivdirektor des Yunus Center (siehe Foto oben). Die Preise wurden von Marianne Obermüller und Peter Spiegel übergeben, die beiden Geschäftsführer des GENISIS Instituts.
Die Chefs der ersten Partnerunternehmen von Social Businesses diskutieren mit Muhammad Yunus
Erstmals überhaupt saßen auf einer Bühne gemeinsam mit Social-Business-Initiator Muhammand Yunus die Chefs jener Unternehmen, die zu den ersten Grameen-Partnern für Social Joint Ventures zählen: Ramin Knabirpour von Danone, Dr. Jürgen Hambrecht von BASF, Antoine Frérot von Veolia und Dr. Michael Otto, der drei Tage nach dem VISION SUMMIT das neue Social Joint Venture zwischen der Otto Group und Grameen bekannt gab.
Alle Teilnehmer an diesem Podium machten deutlich: Die Zusammenarbeit mit Grameen in ihrem jeweiligen Social Business Joint Venture habe sie persönlich erheblich verändert und bereichert und habe in ihr Unternehmen und ihre Mitarbeiterschaft hinein deutliche "Spuren" hinterlassen. Nahezu alle Mitarbeiiter seien sehr stolz auf diese neue Art von wirtschaftlich-sozialem Projekt. Die direkt an dem jeweiligen Projekt Beteiligten würden ihre größte Energie darauf richten, die notwendige Kreativität und Innovationskraft freizusetzen, um die durchaus sehr großen Herausforderungen letztlich erfolgreich zu meistern. Der Motivationsschub sei enorm und die Lust auf gesellschaftsveränderndes Unternehmertum groß. Alle Gesprächspartner von Yunus auf diesem Podium bekannten, von der neuen Vision des Social Business persönlich zutiefst inspiriert worden zu sein.
In einer kurzen Diskussion mit dem Publikum wurde allerdings auch deutlich, dass das Informationsdefizit noch sehr groß ist, was die Erfahrungen mit Social Business, deren Schwierigkeiten und Herausforderungen betrifft.
Und wie schaffen wir die Klimawende?
Mit dieser Frage befassten sich in einer zweiten Podiumsdiskussion außer Muhammad Yunus die Präsidentschaftskandidatin Prof. Gesine Schwan, der inernationale Greenpeace-Chef Dr. Gerd Leipold, der Publizist Dr. Franz Alt, der B.A.U.M.-Aktivist Prof. Maximilian Gege und der Partner für Energiefragen bei A.T.Kearney, Dr. Otto Schulz. Eröffnet wurde das Panel mit einem Trailer aus dem im März 2010 in den Kinos startenden Film "Energy Autonomy", den dessen Regisseur Carl-A. Fechner kurz vorstellte und in dem mehrere der Panelisten mitgewirkt haben.
Je nach ihrem Hintergrund betonten die Diskutanten die Notwendigkeit klarer Rahmensetzungen für die Weltwirtschaft und Konsumenten durch die Regierungen beziehungsweise die Möglichkeiten der Wirtschaft, ökologische Innovationen als die besten Zukunftskonzepte für ihre Unternehmen zu erkennen. Beides muss sich ergänzen und wechselseitig stützen, damit die für die Klimawende notwendige Veränderung auch rechtzeitig geschafft werden kann.
Ein Zeichen der besonderen Art setzten der 12-jährige Felix Finkbeiner und mit ihm rund 50 Jugendliche gleichen Alters, die in einer Parallelveranstaltung beim Vision Summit zu "Klimabotschaftern" ausgebildet wurden. Sie "besetzten" die Bühne und verkündeten frech: "Ihr habt vielleicht noch 20 bis 40 Jahre Zukunft vor euch, wir noch 60 bis 80 Jahre. Wir fordern daher von Euch: Hinterlasst uns eine Welt, in der wir vernünftig leben können." - Dies war ein weiterer großer Höhepunkt des VISION SUMMIT.
Eine neue Art von Parlament - das "Parliament of Action"
In zwei Programmblöcken präsentierten dann am Nachmittag nicht weniger als 42 Projekte, die entweder aus dem Impuls des letztjährigen VISION SUMMIT hervorgegangen sind oder sich durch diesen Impuls in Richtung Social Business weiterentwickelt haben, wie sie zur Weiterentwicklung von Social Business beitragen. Die VISION NEWS wie auch das beim VISION SUMMIT erstmals vorgestellte neue Social-Business-Magazin "ENORM" und andere Magazine wie Glocalist, Forum Nachhaltig Wirtschaften oder ChangeX werden über diese Projekte in den nächsten Monaten ausführlich berichten.
Auch wenn die Programmdichte um das "Parliament of Action" von vielen Teilnehmern des VISION SUMMIT zurecht als zu kompakt empfunden wurde, so machte die Vielfalt und Qualität der vorgestellten Projekte auf alle Fälle jedem klar: Social Business ist in kürzester Zeit eine neue soziale Bewegung geworden mit großem Potenzial.
Und noch drei weitere Höhepunkte: Das Grameen-Dream-Team, der Künstler ATEF und die Enthüllung des Domino-"Stein-des-Anstoßes" für eine Welt ohne Armut
Den Abschluss des VISION SUMMIT bildete ein Abendprogramm, das noch einmal kräftige Höhepunkte setzte:
Nach der Verleihung von zwei weiteren VISION AWARDS (siehe oben) überraschte der Künstler ATEF - eine Entdeckung von Elton John - mit seiner Band das Publikum mit dem Stück "This is Your Song", das er den beim VISION SUMMIT Engagierten für Social Business widmete. Auch das Berliner Publikum überzeugte ATEF mit seiner ungewöhnlichen Authentizität und Ausstrahlung.
Zwischen seinen Auftritten gab es noch einmal einen inhaltsschweren Programmpunkt: Sieben Mitglieder des insgesamt neunköpfigen Grameen-Führungsteams betraten die Bühne, stellten ihre Arbeit vor und beantworteten Fragen aus dem Publikum. Fast immer wird nur der Name Muhammad Yunus mit dem gesamten Grameen-Projekt verbunden. Beim VISION SUMMIT gab es wohl zum ersten Mal die Gelegenheit, alle persönlich kennenzulernen, die Grameen zu dem machten, was es ist.
Und dann zum Abschluss: Der Domino-"Stein-des-Anstoßes", den die Teilnehmer des VISION SUMMIT an diesem Tage gemeinsam mit dem Stuttgarter Künstler Jens Loewe gefertigt hatten mit mehr als 250 individuell gestalteten Quadraten voller persönlicher Botschaften für eine bessere Welt - dieser Riesen-Dominostein wurde unter der musikalischen Begleitung von ATEF gemeinsam enthüllt: vom Grameen-Team und jungen Teilnehmern aus dem Publikum. Und nur 5 Minuten nach Ende dieses Programms warteten bereits vor dem Eingang des Henry-Ford-Baus die Fahrer, die diesen Stein noch in der Nacht zum Brandenburger Tor brachten für die große Dominoaktion am nächsten Tag...
Versprochen: Das nächste Mal mehr Interaktion
Das Feedback der Teilnehmer an diesem 3. VISION SUMMIT war überwältigend positiv. Nur ein klares Stöhnen gab es - völlig zurecht: Bitte mehr Zeit für Interaktion. Versprochen: Der nächste VISION SUMMIT wird das Pendel sehr weit in diese so richtige Richtung schlagen lassen. Seinen Job, die Stichhaltigkeit und Lebendigkeit des Social-Business-Impulses nachdrücklich sichtbar zu machen, hat der VISION SUMMIT 2009 getan. Ab sofort - und nicht erst beim nächsten VISION SUMMIT - ist Interaktion, Networking, Umsetzung angesagt.
Foto (Roger Richter): Lamiya Morshed (2.v.l.), CEO des Yunus Center, nimmt von Marianne Obermüller und Peter Spiegel, den beiden Geschäftsführern des Veranstalters GENISIS Instituts, den VISION AWARD 2009 entgegen (stellvertretend für die erkrankte Nurjahan Begum). Links die Laudatorin Prof. Margret Kennedy.




