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VISION NEWS

VisionSummit 2009

News

20.11.09

VISION SUMMIT und VISION DAYS mit 100 Erfolgsstories - Ein Überblick über das Erreichte

"Wir erleben gerade ein weltweites soziales Wirtschaftswunder. Der Zug ist auf dem Gleis....


20.11.09

VISION SUMMIT 2009 - Der Aufbruch der "Global Entrepreneuers"

1.200 Menschen kamen. Pioniere großer Reformideen, internationale Führungskräfte großer...


19.11.09

Zukunftszentrum Tirol und Genisis Institut starten Kooperation mit Auftaktkonferenz in Innsbruck

Bei einer Pressekonferenz und anschließenden Halbtageskonferenz im vollbesetzten Zukunftszentrum...


14.11.09

Social Business Plan Wettbewerb "VISION CONCRETE" bis 15. Februar 2010 verlängert

Der Social Business Plan Wettbewerb, den die Social Business Management GmbH im Zusammenhang mit...


13.11.09

VISION-AWARD-Preisträger Friedrich Kiesinger präsentiert bei Maybritt Illner Social Business als Hoffnungsträger für Arbeitsplätze

„Merkel bestellt Wachstum – wer liefert?“ lautete die provokante Frage an die Diskussionsrunde bei...


09.05.09

Von Social Entrepreneurship zu Social Business - Tagung in Heinrich-Böll-Stiftung

Die Heinrich-Böll-Stiftung lud für den 8. Mai 2009 zu einer Expertentagung zum Thema "Social Entrepreneurship im Spannungsfeld zwischen Drittem Sektor und bürgerschaftlichem Engagement" in ihren Räumen in Berlin-Mitte. Die Tagung offenbarte viele Gemeinsamkeiten und große Kooperationsbereitschaft zwischen dem klassischen dritten Sektor der gemeinnützigen Organisationen und der neuen Social-Entrepreneurship-Szene. Sie offenbarte aber auch eine noch relativ große Begriffsverwirrung zwischen gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsible), Social Entrepreneurship und Social Business. Daher nachfolgend der Beitrag von Peter Spiegel, Leiter des GENISIS Instituts, zur Tagung, der diese Begriffsunklarheiten aufgreift:

 

Der Social-Business-Ansatz als Perspektive der Versöhnung von Ökonomie und sozialen Anliegen

Thesen von Peter Spiegel, Leiter des GENISIS Institute for Social Business and Impact Strategies, Berlin



Der Social-Business-Ansatz reicht deutlich über jenen von Social Entrepreneurship hinaus beziehungsweise er bildet das High-End auf dessen Skala. Beiden ist gemein, dass gesellschaftliche Probleme auf innovative und skalierbare Weise angegangen werden und in diesem Sinne unternehmerisch. Bei Social Entrepreneurship muss die Umsetzung des innovativen Ansatzes nicht ebenfalls in einem unternehmerischen Sinne erfolgen, was in diesem Falle bedeutet: Die Aktivitäten eines Social Entrepreneurs müssen nicht selbsttragend sein. Social Business bedeutet hingegen eine soziale Leistung, die sowohl unternehmerisch innovativ und skalierbar ist als auch unternehmerisch selbsttragend.

Mit diesem Anspruch bringt der Social-Business-Ansatz eine neue Herausforderung und, im positiven Falle, eine neue Qualität in die Diskussionen um bürgerschaftliches Engagement, den Dritten Sektor und Social Entrepreneurship. Hier kann eine Analogie zur Entwicklung des Engagements für ökologische Anliegen gesehen werden. Während bis etwa Mitte der 1990er Jahre bürgerschaftliches Engagement für die Erfüllung ökologischer Ziele sowie die Forderung an den Staat, der Wirtschaft ökologische Auflagen zu erteilen, im Vordergrund standen, entwickelte sich seither ergänzend der Gedanke, dass sich ökologisches Handeln mit wirtschaftlichem Denken vereinbaren lässt. Eine Öko-Wirtschaft entstand, die heute selbst von einseitig ökonomischen Überlegungen als besonders hoffnungsvoller Sektor der Weltwirtschaft erkannt wird.

Analog kann der Social-Business-Ansatz und die bisher in diesem Sinne umgesetzten Projekte der Grameen-Sozialunternehmensfamilie und anderer Einrichtungen (siehe dazu: GENISIS-Studie „Social Impact Business“, 2009) den Anreiz erheblich anheben, über neue, besonders innovative Konzepte nachzudenken, die beiden erwähnten unternehmerischen Ansätzen von Social Business entsprechen. Für diesen weitreichenden Schritt in Richtung unternehmerisches Denken im sozialen Raum ist wichtig, ja entscheidend, dass die Motivation gesichert eindeutig bleibt im Sinne der einzigen Orientierung auf die Lösung gesellschaftlicher Probleme. Diese Motivation darf keinesfalls mit der Motivation in Richtung Gewinnorientierung verknüpft sein. Muhammad Yunus, der Initiator der Social-Business-Bewegung, fordert daher, dass Investoren in Social Businesses nicht mehr erhalten als die Rückzahlung der rein nominellen Investition, also vollständig auf jegliche Rendite verzichten. Andere befürworten eine klar definiert begrenzte Verzinsung, die jedoch kaum über einem Inflationsausgleich liegt. Dies nennt das GENISIS Institute „Social Impact Business“. Aber auch hier wird jegliches spekulative Moment durch die klare Begrenzung ausgeschlossen. Motiv für die Investition in Social Businesses ist somit allein der gesellschaftliche Nutzen, der „Social Profit“, verbunden mit höchster unternehmerischer Kreativität und Rationalität.

Wenn Investoren in Social Businesses eine solche Sicherheit über die Sauberkeit der sozialen Motivation haben können, werden diese nicht nur für besonders sozial motivierte Menschen attraktiv, sondern auch für Unternehmen zur besonders intelligenten Umsetzung ihrer Corporate Social Responsibility, für Stiftungen zur besonders effizienten Umsetzung ihrer Stiftungsziele und nicht zuletzt auch für den Staat. Der Staat kann selbst als Investor für Social Businesses auftreten, wenn sich Sozialunternehmer finden, die eine staatliche Aufgabe zum Beispiel im Bildungssektor mit dem für Social Business gewollten unternehmerischen Elan angehen möchten, oder er kann in solchen Aufgabenfeldern bis zu dem Maße querfinanzieren, wie er durch solche Social Businesses von seinen staatlichen Aufgaben entlastet wird.

Nachdem Menschen in Social Businesses nach den Vorstellungen des Ideengebers Prof. Yunus eine gute marktgerechte Bezahlung erhalten sollen, die um eine besonders hohe Motivation angereichert wird, in einem besonders sinnstiftenden und kreativen Unternehmen zu arbeiten, können Social Businesses den sozialen Raum substanziell zum Besseren verändern. Auch werden viele soziale Projekte, die bisher von Spenden abhängig waren, danach streben, sich zu Social Businesses weiterzuentwickeln – um ihr Wirken besser auf Nachhaltigkeit zu stellen und es stärker zu skalieren.